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Die Krypta des Domes

Um 1039 vollendet und 1041 geweiht, ist
die Krypta der älteste Bauteil des Domes.
Die 42 Kreuzgewölbe ruhen auf 20 Freisäulen,
36 Halb- und 14 Viertelsäulen; die Höhe der
Gewölbe beträgt ca. sieben Meter.



Grundriss der Krypta
aus: Der Dom zu Speyer, Kubach/
Haas, Tafelband, Deutscher Kunstverlag



 
Die Kaiser- und Königreliefs
Die beiden Reliefs in der Vorkrypta mit den
Abbildungen der im Dom beigesetzten Kaiser
und Könige, stammen aus der Zeit um 1480
und sind die einzig erhaltenen Stücke der auf
Geheiß von Bischof Ramung durchgeführten
Neuausstattung des Königschores.


Das Relief zeigt von links
nach rechts die Kaiser:
Konrad II., Heinrich III.,
Heinrich IV. und Heinrich V.

Kaiserrelief

Kaiserrelief

Das Relief zeigt von links
nach rechts die Könige:
Philipp, Rudolf I., Adolf und
Albrecht I.

Königsrelief
Königsrelief



    

Zeichnung nach: Der Dom zu Speyer, Kubach/
Haas, Tafelband, Deutscher Kunstverlag
   



Die baulichen Veränderungen der Grablege

Die Gräber Konrads II. und Giselas waren denk-
bar einfach gestaltet. Als Heinrich III. 1052 den
Dom besuchte, war er mit der Grabstätte seiner
Eltern, "weil zu klein und zu eng", so unzufrie-
den, daß er im Groll gegen den Bischof die Stadt
wieder verließ. Offenbar hatte sich dieser gegen
eine Veränderung der Grabstätte gewehrt. Aber
auch Heinrich III. wurde in der gleichen ein-
fachen Weise links neben seinem Vater bestattet.

Erst Kaiserin Agnes, seine Witwe, und der junge
Heinrich IV. ließen die drei Gräber mit Erde über-
decken und einfassen, so daß sie etwa 25 cm
höher als der Langhausboden lagen. 1087 starb
Berta, die Gemahlin Heinrichs IV. Sie wurde
neben Gisela bestattet. Nach der Beisetzung
Heinrichs IV. neben seinem Vater im Jahre 1111
ließ Heinrich V. das Grabmonument nach beiden
Seiten hin verbreitern, und als er selbst starb,
wurden die Inschriftentafeln entfernt und der
ganze Grabblock mit einer Mörtelgußschicht von
80 cm Stärke bedeckt. Darüber kam dann noch
eine Erdschicht, in die der Sarg Heinrichs V. über
den Gräbern Heinrichs III. und Heinrichs IV. ge-
stellt wurde. Auf diesen Grabblock legte man 6
Marmorplatten, auf denen die Namen und
Todestage der Verstorbenen zu lesen waren
Heinrich V. - Heinrich IV. - Heinrich III. -
Konrad II. - Gisela - Berta.

1135 wurde der dahinter stehende Kreuzaltar
geweiht. Offenbar war damit die Neugestaltung
der Kaisergräber abgeschlossen. Als Kaiserin
Beatrix, die 2. Gemahlin Friedrich Barbarossas,
1184 in Besancon starb, überführte man ihre
Leiche und die ihres Töchterchens Agnes nach
Speyer und bestattete sie westlich der salischen
Gräber: Beatrix vor Heinrich III. und Agnes vor
Heinrich V. Den Platz vor Konrad II. Iieß man
frei, vermutlich war er für Friedrich Barbarossa
bestimmt. Dessen jüngster Sohn, Philipp von
Schwaben (ermordet 1208), erhielt dann 1213
den Platz vor Gisela.

Als Rudolf von Habsburg starb (1291), wurde er
an jener Stelle bestattet, die vermutlich für
Barbarossa freigehalten worden war.

1309 ließ Heinrich VII. die Leichen der Gegen-
könige Adolf von Nassau (l298) und Albrecht von
Österreich (1308) nach Speyer überführen:
Adolf kam in das Grab der Agnes, Albrecht in das
der Kaiserin Beatrix. Der neue Grabblock wurde
dem der salischen Familie angeglichen.

In diesem Zustand blieben die Kaisergräber bis
1689, als das Grabmonument zerstört und die
Hälfte der Gräber (Heinrich V., Beatrix und
Albrecht, Agnes und Adolf, Rudolf) aufgebrochen,
durchwühlt und geplündert wurden.

Zu Anfang des 18. Jahrhunderts deckte man die
durchwühlten Gräber mit neuen Platten zu: Sie
wiesen weder Namen noch Todesjahr der hier
Ruhenden auf. Erst 1900 wurden die Kaiser-
gräber geöffnet und die aufgefundenen Gebeine
und Grabbeigaben untersucht und geordnet.
Nach Vollendung der Kaisergruft im Jahre 1906
wurden die Gebeine eingesegnet und in neuen
Steinsärgen wiederbestattet.
Text: Speyer-Kleine Stadtgeschichte, Fritz Klotz



Säulen Krypta
Säulen der
Krypta

Säulen der Krypta
Säulen der Krypta
Die Kryptaabschnitte unter den Quer-
armen und der Vierung sind durch
Pfeilerarkaden voneinander getrennt.
Den freistehenden Säulen im Raum
entsprechen Halbsäulen an den Pfeilern.

Ostarm der Krypta
Ostarm der Krypta

Mit dem Ostarm der Krypta, über den
sich Stiftchor und Apsis erheben, wurde
der Dombau um 1030 begonnen. Die
Krypta ist keine Gruft, sondern eine
Unterkirche mit sieben Altären, deren
Stellen in der Architektur durch kleine
Apsiden festgelegt sind.

Vorkrypta
Vorkrypta mit
Epitaph

Der Raum bildete ursprünglich den
Zugang zur Krypta, in den die vom
Mittelschiff herabführenden Treppen
mündeten. Schon vor 1090, bei der
Ausweitung des Königschores aufge-
geben, wurde der Raum 1961 als
Zugang zur Kaisergruft rekonstruiert.
Texte: Der Dom zu Speyer, Langewiesche
Epitaph Rudolfs von Habsburg
Epitaph Rudolfs
von Habsburg



Die Grabplatte Rudolfs I. wurde kurz
nach seinem Tode geschaffen und weist
vermutlich portraithafte Züge auf.


Bischofsgräber

Bischofsgräber


Hier sind die Gräber von drei Bischöfen
zu sehen, die im linken unteren Teil der
Zeichnung "Kaisergruft" als Nr. 15
ausgewiesen sind.
 




Die Gräberlage
1 Reliefs der Kaiser und Könige
2 Epitaph Rudolfs von Habsburg
3 Heinrich IV.
4 Heinrich III.
5 Konrad II.
6 Gisela, Gemahlin Konrads II.
7 Berta, Gemahlin Heinrichs IV.
8 Adolf von Nassau
9 Albrecht von Österreich
10 Rudolf von Habsburg
11 Beatrix von Burgund, 2. Gemahlin von Friedrich
     Barbarossa und ihre Tochter Agnes
12 Philipp von Schwaben
13 Heinrich V.
14 Sammelgrab
15 Bischöfe










Kaisergruft


Die Kaisergruft, wie sie sich heute dar-
stellt, ist ein Werk der zwischen 1900
und 1906 durchgeführten Arbeiten.

Die Sarkophage der Salier (hintere
Reihe) sind an ihrem ursprünglichen
Platz geblieben.


(Bild fehlt)
Sarkophagdeckel
Dieser Sarkophagdeckel wurde bei der
Graböffnung 1900 entdeckt. Er gehört
zu einem Bischofsgrab aus dem
11. Jahrhundert und ist nun im süd-
lichen Seitenschiff aufgestellt.




Die Grabbeigaben

Die Grabbeigaben befinden sich heute als Leihgabe
des Domkapitels im Historischen Museum der Pfalz.
 
 
In Kürze auf dieser Seite:

Schilderung: Die Öffnung der Kaisergräber
im Jahr 1900

Video: die Grabbeigaben
   
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